Tag 5 (25.07.2025) – Von Nienburg nach Bremen
Heute haben wir wie immer sehr zeitig abgelegt, denn es standen doch einige Boote in Nienburg beim Gastanleger, die ebenfalls in Richtung Bremen fahren wollten. Wir haben gestern ein anderes Pärchen angetroffen, die zusammen mit uns durch die Schleusen gefahren sind und in Nienburg angelegt haben. Sie hatten sich ein Boot in Kassel gekauft und sind über die Fulda in die Oberweser gefahren. In der Mittelweser haben wir uns dann getroffen. Sie erzählten uns, dass durch den geringen Wasserpegel in der Oberweser, bereits ein Strahlruder am Bug beschädigt wurde. Ohne Funk und AIS wollen die beiden Abenteurer jenseits der 70 über die Nordseeinseln in die Niederlande fahren. Achja, einen Heimathafen haben sie auch noch nicht. Unsere Augen wurden bei der Geschichte immer größer und die Fragezeichen standen über unseren Köpfen. Das klang alles für uns sehr todesmutig, so dass wir auf jeden Fall vor den beiden ablegen wollten.



Wir fuhren 06.45 Uhr aus dem Hafen in die Weser ein. An der Schleuse Drakenburg mussten wir nicht lange auf unseren Frachter des Tages, die MS Hannover, warten. Mit ihr ging es dann bis zum Mittag durch zwei weitere Schleusen. Vielen Dank, dass ihr uns mitgenommen habt. David hat sich wie immer über Funk für die Unterstützung bedankt. Die Attraktion auf der MS Hannover war ein kleines Crew-Mitglied, ein kleiner Mops. Dieser ging immer für 05 Minuten auf der Wiese neben der Schleusenkammer Gassi, um sich dem zu entledigen, was halt so raus musste. Leider mussten wir selbst schleusen und mit Leine in der Hand, konnte der wilde kleine Mops für ein Foto nicht eingefangen werden. Schade! Meine Tochter Ella wäre beim dem Anblick bestimmt auf den Frachter übergesprungen. Nach dem Motto: Wir sehen uns in Bremen.



Um 13.00 Uhr fuhren wir schon an einigen „kleinen“ Häusern in Achim vorbei. Achim ist eine Vorstadt vor Bremen und jeder weiß, wenn er die Achim-Abfahrt auf der Autobahn sieht, dann ist es nicht mehr weit. Für uns auch nicht. Es sind jetzt nur noch ca. 4h Fahrt. 🙂





Kurz vor Bremen City gibt es die letzte Schleuse des Tages, Schleuse Hemelingen. Diese besteht aus zwei Kammern: eine Sportbootschleuse zur Selbstbedienung und eine für die Berufsschifffahrt. Wenn man talabwärts Richtung Bremen City schleust, dann fährt man in den Kanal der Schleuse rein und macht Steuerbord an der Spundwand fest. Hier drückt man das kleine schwarze Knöpfchen am gelben Schalter. Leider ist die Spundwand nicht durchgängig hoch, sondern vorne steht diese tief, so dass man aufpassen muss, nicht mit dem bordered Teil des Bugs, welches im Wasser liegt, dagegen zu knallen und sich ggf. noch das Boot aufschrammt. Also habe ich das Boot immer wieder gegen die Strömung von der Spundwand wegdrücken müssen. Mein Fitnessstudio für den Tag!
Fährt man in die Schleuse rein, ist Backbord eine schwimmende Plattform mit Poller, an der man das Boot fest belegen kann. Hier muss man auch wieder den schwarzen Knopf am gelben Schalter drücken, dann schließt die Schleuse und es geht los. Nach der Schleuse ist die Weser ein von Gezeiten geprägter Fluss, so dass man nun einen Seeführerschein benötigt. Den hat David natürlich. Die Einfahrt nach Bremen City war atemberaubend. Nun konnten wir alles mal aus einer anderen Perspektive bestaunen. Unser Hafenmeister hat uns eingewiesen und wir legten problemlos innen am Schwimmsteg an. Dieser ist wichtig, damit auch das Festmachen bei einem Tidenhub von über 4m kein Problem darstellt und das Boot sowohl bei Niedrigwasser von 3,5m als auch bei Hochwasser 7,8m fest liegt. Am Freitag war dieses Steigen und Fallen des Pegels noch spannend für uns.






Fazit des Tages: Wir waren 10h unterwegs bei einer reinen Fahrtzeit von ca. 7,5 h für 86 km. Wir sind ca. 11,5 km/h gefahren.
Am Abend sind wir mit dem Bus noch zum Fritzi gefahren und waren in der Lilie essen. Dort gibt es super leckeren Flammkuchen.


Tag 6 und 7 werden Landgangtage.
Liebe Grüße wie immer an alle Daheimgebliebenen
David und Julia
