Tag 1 (21.07.2025) – Von Werder nach Burg bei Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Heute haben wir gegen 7.30 Uhr in unserem Heimathafen in Richtung Brandenburg abgelegt. Unsere Route führte uns durch den Trebelsee, nordöstlich von Brandenburg an der Havel, vor bei an einer riesigen Bauschutt-Deponie, die seit 1975 von Westberlin zur Ablagerung mineralischer Bauabfälle diente. Die Geographin in mir wusste gleich, dass dieser „Berg“ nicht in die Landschaft passte.



In Brandenburg angekommen, standen wir das erste Mal (ohne Kinderhilfe) zu zweit an der Schleuse. Nach Funkkontakt mit dieser und kurzer Wartezeit am linken Uferrand, fuhren wir zusammen mit zwei weiteren Booten in die Schleuse talabwärts ein. Zwei Fender vorne und hinten über dem Gummischutz und einem Kugelfender in der Mitte des Bootes unterhalb des Gummischutzes, schleusten wir mit einer Leine an der Mittelklampe. Meine bevorzugte Seite ist wie bei vielen Steuerbord (über rechts). Von Steuerbord kommend hat man Vorfahrt, davon ausgenommen ist die Berufsschifffahrt. Diese hat immer Vorfahrt. In der Stadtschleuse Brandenburg sind die Abstände zwischen Poller und Stange für unser Boot zu groß, aber bei wenig Wind, war eine Leine ausreichend. Wichtig: Maximaler Fenderbesatz für diese Spundwand. Beim Umsetzen der Leine half der Kapitän persönlich mit einem Schleusenhaken. War ja auch kein Anderer an Bord! 🙂 Noch zwei Tipps für die Schleuse: Die Leine gehört immer in die Hand und nicht fest an die Klampe, denn der Wasserstand in der Schleuse ändert sich und damit auch der Abstand des Bootes zum Poller. Zweiter Tipp: Bitte Motor beim Schleusen abstellen, damit die dahinterliegenden Matrosen nicht die Abgase einatmen müssen. Der Hub der Stadtschleuse in Brandenburg liegt bei ca. 1,2 m.

Durch den Silokanal gelangten wir in den Plauer See, dann in den Wendsee und schließlich in den Elbe-Havel-Kanal. Nicht weit von der Einfahrt zum Elbe-Havel-Kanal talabwärts befindet sich die Schleuse Wusterwitz. Unsere schnellste Schleusung, denn kaum angekommen, wurde der Schleusvorgang bereits vom Wärter vorbereitet. In Wusterwitz gibt es keine Spundwand sondern eine Betonwand, welche sich angenehmer zu schleusen lässt, gerade, wenn man auch längliche Fender verwendet. Je nach Havelwasserstand wird eine Fallhöhe von bis zu 5m überwunden. Da wir talabwärts schleusten, sind wir mit Hilfe einer Leine an der Mittelklampe fest in der Hand gestiegen. Natürlich bei Regen! Wetterfeste Kleidung und wetterfestes Schuhwerk ist an Bord mindestens genauso wichtig wie Sonnencreme mit LSF 50. Hat David heute auch gelernt. 🙂

Über den Elbe-Havel-Kanal fuhren wir nun vorbei an Genthin und vorbei am Lidl-Gastanleger. Ich war begeistert. Jedoch begleitete uns weiter der Regen und unsere Vorräte an Bord waren noch fast unberührt, so dass ein Anlegen nicht notwendig war. Aber vielleicht testen wir den Anleger auf dem Rückweg.

Nun war es nicht mehr weit bis Burg bei Magdeburg. Bereits an der Schleuse Wusterwitz, also gegen Mittag, habe ich Kontakt mit den „Wassersportfreunde Burg e.V.“ aufgenommen und mich nach einem freien Gastanliegerplatz erkundigt. Auch wenn einige Gastanliegeranbieter keine Reservierungen annehmen, ist ein nettes Erfragen nach einem freien Plätzchen immer vorteilhaft und so konnten wir unseren Platz sichern.
Zeit haben wir vor allem an unserer dritten Schleuse des Tages in Zerben verloren. Da keiner bergabwärts bzw. mit uns talabwärts schleusen wollte, warteten wir am linken Ufer über eine Stunde bevor der Wärter eine Leerschleusung vornahm, um uns die Kammer zur Einzelschleusung öffnete. Als Motorsportfahrer bzw. -fahrerin hat man kein Recht aus Einzelschleusung. Deshalb an dieser Stelle: Vielen Dank an den Schleusenwärter, dass er uns dennoch geschleust hat.

Beim zweiten Telefonat mit den Wassersportfreunden wurde uns eine Box im Hafen noch vor Zerben zugewiesen. Nach 10 Stunden Fahrt, bei einer reinen Fahrtzeit von 7,5 Stunden und 91 km bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von ca. 12 km/h kamen wir im Hafen der Wassersportfreunde Burg an. Der Hafenmeister ist ortskundig und super nett. Er hat uns sogar ein Restaurant für den Abend empfohlen. So waren wir lecker argentinisch Essen. Burg bei Magdeburg ist ein eher verschlafenes, kleines Städtchen mit ca. 22.585 Einwohnern. Kaum zu glauben, wenn man durch die eher leeren Straßen am Montagabend läuft.





